Netflix kündigte kürzlich ein Reboot der erfolgreichen thailändischen Serie „Girl From Nowhere“ an, die unter dem Titel „Girl From Nowhere: The Reset“ neu aufgelegt wird. Die thailändisch-britische Schauspielerin Rebecca Armstrong („Becky“) kehrt in ihrer Rolle als Nanno zurück, einer unsterblichen, rachsüchtigen Gestalt, die die Form einer Schülerin annimmt. Dies markiert einen Wendepunkt, da die Figur zuvor untrennbar mit der Schauspielerin Chicha Amatayakul („Kitty“) verbunden war, die in den ersten beiden Staffeln die Hauptrolle spielte.
Ein neuer Nanno steht bereits unter Druck
Statt einer traditionellen dritten Staffel präsentiert sich das Projekt als Neustart in einem neuen Universum. Nanno taucht darin mit Amnesie wieder auf und hat keine direkte Verbindung zu den Ereignissen der ersten beiden Staffeln, was eine neue Interpretation der Figur ermöglicht. Diese kreative Freiheit reichte jedoch nicht aus, um die Fans zu besänftigen, die der Originalversion nach wie vor sehr verbunden sind.
Eine Darbietung, die schon vor der Serie als „peinlich“ galt.
Die Kontroverse verschärfte sich, nachdem Vogue Thailand am 14. Januar ein Video mit dem Titel „Ein Tag mit Becky“ veröffentlichte, in dem die Schauspielerin Rebecca Armstrong einen Tag vor der Kamera verbringt und wiederholt in die Rolle der Nanno schlüpft. Man sieht, wie sie ihre Gestik, ihren Blick und ihren Tonfall verändert, um die „psychopathische und verstörende“ Seite der Figur darzustellen.
Während die Kommentare unter dem Video auf YouTube überwiegend positiv ausfielen, empfanden einige Nutzer auf X (ehemals Twitter) ihre schauspielerische Leistung als „peinlich“. Besonders kritisierten sie ihre Mimik und ihre Fähigkeit, eine wahrhaft beunruhigende Aura auszustrahlen. Manche gingen sogar so weit, es als „Rückschritt“ im Vergleich zu Schauspielerin Chicha Amatayakul zu bezeichnen, die in den ersten beiden Staffeln mitwirkte, oder fragten sich, welche „Beziehungen“ sie wohl gehabt haben mochte, um eine so hochkarätige Rolle zu ergattern.
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Zwischen Fanunterstützung und einem Klima der Angst
Die Debatte ist umso hitziger, als Becky Armstrong aus einer stark reglementierten und fanorientierten Welt stammt: der Welt der GL-Serien (Girls' Love), wie zum Beispiel „Gap“, die ihr eine extrem treue Fangemeinde beschert haben. Thailändische Internetnutzer behaupten, dass „die meisten Thailänder“ ihre Schauspielerei nicht mögen, dies aber aus Angst vor aggressiven Reaktionen einiger GL-Fans nicht öffentlich äußern.
Demgegenüber rufen andere Stimmen zu Ruhe und Geduld auf und erinnern die Zuschauer daran, dass die Serie noch nicht ausgestrahlt wurde und es verfrüht sei, ihre Qualität anhand weniger Minuten Werbevideo zu beurteilen. Manche weisen auch darauf hin, dass das Konzept von „The Reset“ – ein neues Universum, ein neuer Nanno – eine andere Interpretation der Figur rechtfertigt, anstatt einfach Kittys Version zu imitieren.
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Ein schweres Erbe, das Becky Armstrong zu tragen hat.
Der internationale Erfolg von „Girl From Nowhere“, insbesondere nach der weltweiten Veröffentlichung auf Netflix im Jahr 2021, beruhte maßgeblich auf Kitty Chichas eindringlicher Darstellung, die sie zum ikonischen Gesicht von Nanno machte. Viele Fans sind überzeugt, dass es diese ambivalente, zugleich kindliche und furchterregende Performance war, die die Serie zu einem Phänomen werden ließ und jeden Versuch einer Neubesetzung heute besonders riskant macht.
In diesem Kontext muss Becky Armstrong sich nicht nur als Schauspielerin beweisen, sondern sich auch ständigen Vergleichen mit ihrer Vorgängerin stellen, noch bevor die erste Folge erschienen ist. Die Veröffentlichung von „Girl From Nowhere: The Reset“ am 7. März 2026 wird zeigen, ob der Sturm der Kritik nur verfrühter Hype war oder ein Zeichen für einen tieferliegenden Widerstand gegen Veränderungen.
