Ohne Schal aus dem Haus gehen? Hier ist der Grund, warum Ihr Körper Ihnen das diesen Winter nicht verzeihen wird.

Der Schal ist heutzutage eher ein modisches Accessoire als ein praktischer Gebrauchsgegenstand. Dabei dient er nicht nur der Dekoration: Er schützt auch vor Erkältungen und erspart einem die Anwendung von Hausmitteln mit Knoblauch und Honig. Wenn Ihre Großmutter Ihnen also unbedingt einen handgestrickten Schal aus guter Wolle stricken möchte, dann nicht nur wegen seiner Schönheit.

Der Hals: eine viel empfindlichere Zone, als man vielleicht denkt.

Der Schal, der lange als modisches Accessoire galt, ist nicht nur ein Hingucker auf Pinterest. Seine Hauptfunktion besteht darin, den Hals zu schützen und die Körperwärme zu optimieren. Darüber hinaus bedeckt er eine besonders empfindliche Stelle, die mit einem hohen Kragen allein nur schwer zu schützen ist.

Der Hals ist ein strategisch wichtiger Bereich des Körpers. Er beherbergt große Blutgefäße, empfindliche Muskeln und Lymphknoten, die für unser Immunsystem unerlässlich sind. Bei Kälte reagiert der Körper sofort mit Muskelkontraktion, um Wärme zu speichern. Die Folge: Verspannungen, Steifheit und manchmal Schmerzen, die sich im Laufe des Tages bemerkbar machen.

Dieser Schutzreflex, der sich Tag für Tag wiederholt, kann zu schleichender Muskelermüdung führen. Man fühlt sich dann ständig angespannt, hat schwere Schultern oder einen schmerzenden Nacken, ohne immer den Zusammenhang mit dem Fehlen eines Schals herzustellen.

Ein unsichtbarer, aber realer Energieaufwand

Wenn der Körper Kälte ausgesetzt ist, verbraucht er mehr Energie, um seine Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Wer ohne Schal nach draußen geht, zwingt den Körper daher zu diesem Ausgleich, manchmal auf Kosten anderer wichtiger Funktionen wie Verdauung, Konzentration oder Regeneration.

Dieser erhöhte Energieverbrauch erklärt, warum wir uns im Winter selbst ohne intensive körperliche Aktivität müder fühlen. Angemessene Kleidung ermöglicht es dem Körper außerdem, effizienter zu funktionieren und seine Ressourcen nicht unnötig zu verschwenden.

Die Kälte, ein stiller Feind der Stimme

Die Stimme wird im Winter oft vernachlässigt. Dabei kann kalte, trockene Luft die Stimmbänder reizen, besonders beim Sprechen oder beim Wechsel von warmen Räumen in eisige Kälte. Ohne Schal ist der Hals den Temperaturschwankungen direkt ausgesetzt, was zu Heiserkeit und Stimmproblemen führen kann.

Für alle, die beruflich viel sprechen oder einfach gerne ohne Anstrengung reden, ist der Schutz der Stimmbänder ein wichtiger Bestandteil der Selbstfürsorge – genauso wie ausreichend trinken oder sich ausruhen. Ein Virologe räumt in der Zeitschrift Femme Actuelle jedoch mit dem größten Wintermythos auf: In Wirklichkeit ist es unmöglich, sich eine Erkältung einzufangen. Es handelt sich um eine Fehlbezeichnung, vor allem aber um einen medizinischen Mythos.

„Wir erkälten uns zwar nicht, aber die Kälte ist ein Faktor, der das Risiko erhöht, sich mit Mikroben oder Viren anzustecken, denn wenn es kalt ist, halten wir uns tendenziell mehr in geschlossenen Räumen auf, sind stärker eingeschränkt, wodurch die Konzentration von Mikroben steigt und wir uns beispielsweise leichter mit Viruserkrankungen infizieren können“, erklärt sie.

Der Schal, ein Zeichen winterlicher Selbstfürsorge

Lange Zeit nur als modisches Accessoire betrachtet, verdient der Schal heute eine Neubewertung als Mittel zum Wohlbefinden. Er hüllt ein, wärmt und beruhigt. Er erzeugt ein Gefühl der Geborgenheit, das Körper und Geist gleichermaßen beruhigt, insbesondere in einer Jahreszeit, in der alles zur Entschleunigung einlädt.

Die Wahl eines weichen, atmungsaktiven Stoffes, der sich angenehm auf der Haut anfühlt, macht diese Geste zu einem wahren Selbstpflegeritual . Und das Beste daran: Nie war es einfacher, Stil und Schutz zu vereinen.

Ohne Schal aus dem Haus zu gehen, mag harmlos erscheinen, doch der Körper registriert jede Kälteeinwirkung. Er meldet sich durch subtile Signale: Müdigkeit, Verspannungen, leichte Schmerzen, nachlassende Energie. Der Winter ist eine anspruchsvolle Jahreszeit, die mehr Aufmerksamkeit und Selbstfürsorge erfordert. Und das beginnt mit einem langen, flauschigen Schal. Denn er umhüllt Sie wie zwei warme Arme.

Émilie Laurent
Émilie Laurent
Als Wortkünstlerin jongliere ich täglich mit Stilmitteln und perfektioniere die Kunst feministischer Pointen. Mein leicht romantischer Schreibstil hält in meinen Artikeln so manche fesselnde Überraschung für Sie bereit. Ich liebe es, komplexe Themen zu entschlüsseln, ganz wie ein moderner Sherlock Holmes. Geschlechterminderheiten, Gleichberechtigung, Körpervielfalt … Als Journalistin am Puls der Zeit stürze ich mich kopfüber in Themen, die Debatten entfachen. Ich bin ein Workaholic, und meine Tastatur wird ständig auf die Probe gestellt.

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