Ryan Cooglers übernatürlicher Thriller „Sinners“ schrieb kürzlich Oscar-Geschichte, indem er zum meistnominierten Film aller Zeiten wurde und damit „Titanic“ und „La La Land“ übertraf. Ein symbolischer, unerwarteter – fast surrealer – Triumph für einen Filmemacher (Ryan Coogler), der mit jedem Film die Konturen des amerikanischen Kinos neu definiert.
Ein historischer Rekord für "Sünder"
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences gab am 22. Januar 2026 die Liste der Nominierungen für die Oscars 2026 bekannt, und sofort wurde ein neues Kapitel in der Geschichte der siebten Kunst geschrieben: „Sinners“, der Spielfilm von Ryan Coogler, erhielt 16 Nominierungen – ein absoluter Rekord.
Der von der Kritik gefeierte Film mit Michael B. Jordan in der Rolle zweier Zwillingsbrüder erzählt die Geschichte der Gründung eines Bluesclubs im Mississippi der 1930er-Jahre vor dem Hintergrund von Rassismus, Segregation und Vampirismus. Diese gewagte Genremischung begeisterte das Publikum weltweit – mit einem Einspielergebnis von über 368 Millionen US-Dollar an den Kinokassen – und überzeugte die Filmbranche.
Neben den Hauptkategorien (bester Film, beste Regie, Hauptdarsteller, Nebendarsteller und Nebendarstellerin) zeichnet sich „Sinners“ auch durch eine Nominierung in der neuen Kategorie „Bestes Ensemble“ aus, die in diesem Jahr eingeführt wurde.
Symbolische und historische Ernennungen
Über die digitale Aufzeichnung hinaus markiert Sinners mehrere symbolische Meilensteine.
- Die afroamerikanische Kostümbildnerin Ruth E. Carter, die bereits einen Oscar für „Black Panther“ gewonnen hat, ist mit 5 Nominierungen, die sie für ihre Kostümarbeit an dem Film erhielt, die am häufigsten nominierte schwarze Frau in der Geschichte der Oscars.
- Im Bereich der Kinematografie gehört die amerikanische Kamerafrau Autumn Durald Arkapaw zu den wenigen Frauen, die jemals in dieser Kategorie nominiert wurden – sie ist erst die vierte in 97 Ausgaben.
- Der amerikanische Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Ryan Coogler erzählte Deadline , dass er es für einen Fehler hielt, als sein Vater ihm die Anzahl der Nominierungen für seinen Film mitteilte: „Mein Vater zählte neben mir. Als er sechzehn sagte, antwortete ich: ‚Unmöglich, du hast dich geirrt.‘ Und als die Artikel es bestätigten, erinnerte er mich ausdrücklich daran, dass er Recht hatte.“
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Ein enger Wettbewerb
Der Erfolg von „Sinners“ stellt Ryan Coogler vor starke Konkurrenz. Paul Thomas Andersons „One Battle After Another“, eine Satire auf die amerikanische Gegenkultur, hat 13 Nominierungen erhalten und gilt laut mehreren Experten weiterhin als Favorit für den besten Film und die beste Regie.
Als Nächstes folgen „Marty Supreme“, „Sentimental Value“ und „Frankenstein“, die jeweils neunmal nominiert wurden. Zu den bemerkenswerten Überraschungen der Auswahl zählen die auffälligen Abwesenheiten des irischen Schauspielers Paul Mescal, des amerikanischen Schauspielers, Regisseurs, Drehbuchautors und Filmproduzenten George Clooney, der amerikanischen Schauspielerin und Sängerin Gwyneth Paltrow und sogar des mit Spannung erwarteten Films „Wicked“ in den Hauptkategorien.
„Sünder“, ein Symbol für ein neues Hollywood
Mit diesem Werk etabliert sich Ryan Coogler als einer der einflussreichsten Filmemacher seiner Generation. Durch die Kombination einer sozialkritischen Erzählung, einer kühnen Ästhetik und neu interpretierter Genrekonventionen schafft er einen Film, der populäre Unterhaltung mit einer politischen Perspektive auf die Geschichte der Afroamerikaner verbindet.
Es bleibt abzuwarten, wie viele der 16 Nominierungen am 15. März in eine Oscar-Trophäe umgewandelt werden. Eines ist jedoch schon jetzt sicher: „Sinners“ wird einen historischen Wendepunkt in der Geschichte der Oscars und des Weltkinos markieren.
