„Frauen sollten keine Gewichte heben“: Diese Athletin reagiert auf ein immer noch hartnäckiges Stereotyp.

Manche Männer meinen, Frauen sollten sich mit ein paar Core-Übungen auf einer Schaumstoffmatte begnügen, maßvoll trainieren und den Freihantelbereich, der eindeutig Männern vorbehalten ist, meiden. Allen, die sich beim Anblick von Frauen, die Hanteln heben und extrem anstrengende Übungen absolvieren, angewidert fühlen, präsentiert diese Bodybuilderin ihre massiven Schultern und muskulösen Arme.

Ein Beweis von Stärke, der den Mythos der schwachen Frau widerlegt.

Sobald Frauen in den sozialen Medien ihre durch Gewichtheben trainierten, durchtrainierten Körper präsentieren und ihre beeindruckenden Workouts mit schweren Gewichten teilen, protestieren Männer lautstark. Sie sorgen sich um ihre Weiblichkeit und glauben, Frauen würden dadurch an Attraktivität verlieren und somit ihre Chancen, Herzen zu erobern, schmälern. Sie fordern daher muskulöse Bescheidenheit, damit Frauen sportlich bleiben und sie nicht mit ihren imposanten Körpern in den Schatten stellen. Sie wollen nicht, dass sich Männer minderwertig fühlen, sondern vielmehr, dass sie im Notfall einen Anschein von Glaubwürdigkeit bewahren.

Dem gängigen Schönheitsideal zufolge sollte eine Frau keine übermäßige Muskelmasse haben, sondern ihren Körper durch Beinkreisen, Ausfallschritte und leichte Armbewegungen mit Hanteln, die weniger wiegen als das Gehirn ihrer Hater – also kaum ein paar Gramm –, straffen , schlanker machen und formen. @kechynara weigert sich jedoch, sich von diesen Schlankheitsstandards in ihrem Fitnessprogramm vorschreiben zu lassen.

Die Content-Creatorin, die mit einem Achselzucken das Klischee der zerbrechlichen und hilflosen Frau widerlegt, trainiert unermüdlich ihren Körper. Sie will nicht abnehmen, sondern Gewicht heben und testet dabei ständig ihre Kraftgrenzen. Wir sehen sie in Aktion: wie sie beim Latziehen ein ganzes Gewichtspaket stemmt, sichtlich an einem intensiven Beintraining leidet und ihre Arme wie ein Vogel mit ausgebreiteten Flügeln präsentiert.

Ich stemme Gewichte, damit die Hater zweimal überlegen, bevor sie reden.

Diese Frau, eine Mischung aus Lara Croft, Wonder Woman und She-Hulk, teilt ihren sportlichen Werdegang online – eine Art Initiationsritus. Sie ist nicht nur ein starkes Beispiel weiblicher Stärke, sondern vermittelt auch wichtige Botschaften. „Ich feiere mich selbst, weil viele Versionen von mir für diesen Frieden und dieses Selbstvertrauen gekämpft haben“, verkündet sie in einem mitfühlenden Post.

Letztendlich geht es ihr beim Training weniger um Freizeitaktivitäten als vielmehr darum, wieder zu sich selbst zu finden und sich selbst etwas Gutes zu tun. „Das Fitnessstudio ist meine Therapie“, schreibt sie in einem anderen Post. Und selbst wenn sie vor der Kamera scheinbar sehr leidet, verlässt sie das Studio mit einem erleichterten Gefühl und gestärktem Selbstbewusstsein.

Weit entfernt von der Figur, die in den Werbekampagnen dieser Fitnessstudios präsentiert wird, versucht sie auch nicht, die Models in den Schaufenstern zu imitieren. Im Gegenteil, sie hat ein ungeheures Selbstbewusstsein erreicht. Wenn sie nicht gerade ihr Ego aufpoliert, trotzt sie Kritik, indem sie ihre Muskeln spielen lässt und Posen einnimmt, die an griechische Götter erinnern. Die Hanteln, die sie mit trotzigem Blick stemmt, sind eine beeindruckende Waffe gegen ihre Kritiker.

Hinter diesem Verbot verbirgt sich die Angst vor muskulösen Frauen.

Wenn muskulöse Frauen so starke Reaktionen hervorrufen, ist das nicht nur eine Frage des Geschmacks oder der Ästhetik. Jahrhundertelang galt körperliche Stärke fast als biologisches Privileg, das Männern vorbehalten war. Eine Frau zu sehen, die schwerere Gewichte hebt als mancher Mann, stellt daher eine Hierarchie in Frage, die lange als natürlich angesehen wurde.

In den Kommentarspalten dieser Videos folgen die Kritiken stets demselben Muster. Internetnutzer behaupten, diese Sportlerinnen sähen „wie Männer aus“, verlören ihre Weiblichkeit oder würden nie einen Partner finden. Als ob sportliche Betätigung unbedingt dem männlichen Blick entsprechen müsse. Hinter diesen Bemerkungen steckt oft dieselbe Idee: Eine Frau darf sportlich sein, solange sie nicht stärker wird als die Zuschauer.

Mit ihren Videos erinnert uns @kechynara an eine offensichtliche Wahrheit: Hanteln haben kein Geschlecht. Eine beladene Hantel braucht weder Ausweis noch Chromosomen, bevor man sie hebt. Sie belohnt einfach harte Arbeit, Beständigkeit und Disziplin. Je mehr Frauen sich diesen Raum erobern, desto mehr entkräften sie die Vorstellung, dass ihre Körper diskret, zierlich oder zerbrechlich sein müssen, um akzeptiert zu werden.

Letztendlich entspricht das tatsächliche Gewicht, das diese Athletin stemmt, vielleicht nicht dem, was auf den Gewichtsscheiben steht. Jahrzehntelange Stereotype haben Stärke mit Männern und Zartheit mit Frauen assoziiert. Mit jeder Wiederholung beweist sie, dass eine Frau weder schwach wirken muss, um feminin zu sein, noch sich für ihre Stärke entschuldigen muss, um ganz sie selbst zu sein.

Émilie Laurent
Émilie Laurent
Als Wortkünstlerin jongliere ich täglich mit Stilmitteln und perfektioniere die Kunst feministischer Pointen. Mein leicht romantischer Schreibstil hält in meinen Artikeln so manche fesselnde Überraschung für Sie bereit. Ich liebe es, komplexe Themen zu entschlüsseln, ganz wie ein moderner Sherlock Holmes. Geschlechterminderheiten, Gleichberechtigung, Körpervielfalt … Als Journalistin am Puls der Zeit stürze ich mich kopfüber in Themen, die Debatten entfachen. Ich bin ein Workaholic, und meine Tastatur wird ständig auf die Probe gestellt.

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