Fettfeindlichkeit
Über die Rubrik Fettfeindlichkeit
Die Rubrik Fettfeindlichkeit von The Body Optimist erklärt, dokumentiert und bekämpft die Diskriminierung und Stigmatisierung, die dicke Menschen erleben. Definitionen, Erfahrungsberichte, Analysen und konkrete Tipps richten sich an Betroffene wie an ihr Umfeld, mit einer Überzeugung: Kein Körper rechtfertigt Spott, Ausgrenzung oder Ungleichbehandlung – weder in der Arztpraxis noch im Job oder im Netz.
Das findest du in der Rubrik Fettfeindlichkeit
- Verstehen: Definition, Mechanismen und Vorurteile, zum Beispiel in den fettfeindlichen Ausdrücken, die oft unbewusst fallen.
- Gesundheit und Versorgung: Arztbesuche, bei denen sich alles ums Gewicht dreht, unpassende Ausstattung und Erfahrungen mit Abwertung in der Praxis.
- Job und Alltag: Bewerbung, Versicherungen – etwa wenn ein Model wegen ihres Gewichts abgelehnt wird –, Verkehrsmittel, Kleidung, Blicke im öffentlichen Raum.
- Partnerschaft und Sexualität: Bemerkungen über das Gewicht, Fetischisierung und Fettfeindlichkeit in Beziehungen.
- Medien und soziale Netzwerke: Klischees, Abnehmdruck und Hass im Netz gegen Prominente und Plus-Size-Models, wie die Kritik an einem Model, das als „zu dick“ abgestempelt wurde.
Wie zeigt sich Fettfeindlichkeit?
Fettfeindlichkeit bezeichnet die Diskriminierung und Stigmatisierung dicker Menschen aufgrund ihres Körpers; sie geht weit über Beleidigungen hinaus. Sie zeigt sich unter anderem:
- in der Medizin: Beschwerden werden pauschal aufs Gewicht geschoben, Diagnosen kommen zu spät, Blutdruckmanschetten oder Untersuchungsliegen passen nicht;
- im Job: Bewerbungen werden aussortiert, es fallen Bemerkungen über das „Bild gegenüber Kunden“, Beförderungen bleiben aus;
- im öffentlichen Raum: zu enge Sitze, fehlende Größen im Geschäft, Kommentare von Fremden;
- in den Medien: dicke Figuren, die nur als Witzfigur dienen, „Vorher-Nachher“-Fotos, die als Erfolgsgeschichte verkauft werden.
Sie kann auch verinnerlicht werden: Dann beurteilt man sich irgendwann selbst mit den Vorurteilen, die man von anderen gehört hat.
Wie reagierst du auf Bemerkungen und Diskriminierung wegen des Gewichts?
Reagieren heißt zuerst: nicht zulassen, dass dein Körper ungefragt zum Gesprächsthema wird. Ein paar Anhaltspunkte:
- Lenk bei einer Bemerkung das Gespräch um, ohne dich zu deiner Gesundheit oder Ernährung zu rechtfertigen („Mein Gewicht geht nur mich etwas an“).
- Erinnere in der Arztpraxis an den Grund deines Besuchs, frag nach, ob das Wiegen nötig ist, und wechsle die Praxis, wenn das Vertrauen weg ist.
- Sichere im Job oder bei einer verweigerten Leistung schriftliche Belege und Zeugenaussagen und wende dich an eine Antidiskriminierungsstelle oder eine Rechtsberatung in deinem Land.
- Umgib dich mit Menschen und Accounts, die das Gewicht anderer nicht kommentieren, und hol dir Kraft aus der Body-Positivity-Bewegung.
Unser Ansatz: benennen, erklären, unterstützen
Früher unter dem Namen Ma Grande Taille bekannt, hat unser Magazin den Kampf gegen Gewichtsdiskriminierung zu einem Grundpfeiler seiner redaktionellen Linie gemacht. Wir verwenden das Wort „dick“ ohne abwertende Bedeutung und lehnen es ab, Respekt von einer Gewichtsabnahme abhängig zu machen. Unsere Artikel lassen Betroffene selbst zu Wort kommen und erklären die Mechanismen, statt bei der Empörung stehen zu bleiben.
Unsere Artikel für den Einstieg
- „Es ist nicht meine Aufgabe, abzunehmen“: wie eine Frau auf Angriffe wegen ihres Gewichts antwortet.
- „Dicke Menschen verdienen Respekt“: eine Stimme gegen Hasskommentare im Netz.
- Selbstvertrauen nach Gewichtskommentaren: wie eine Frau wieder zu sich gefunden hat.
Häufige Fragen
Ist Fettfeindlichkeit gesetzlich verboten?
Das hängt vom Land ab. Viele Antidiskriminierungsgesetze nennen das Gewicht nicht ausdrücklich, manche schützen jedoch das äußere Erscheinungsbild oder den Gesundheitszustand. Einige Orte wie der US-Bundesstaat Michigan oder New York City verbieten Gewichtsdiskriminierung ausdrücklich. Unabhängig davon können Beleidigungen und Belästigung strafbar sein: Informiere dich über die Rechtslage in deinem Land.
Was ist der Unterschied zwischen Fettfeindlichkeit und Bodyshaming?
Bodyshaming bedeutet, den Körper eines Menschen zu kritisieren oder zu verspotten, egal wie er aussieht. Fettfeindlichkeit geht weiter: Sie ist ein System aus Vorurteilen und Diskriminierung, das sich gezielt gegen dicke Menschen richtet und sich auch beim Zugang zu medizinischer Versorgung, zu Arbeit oder zu passender Ausstattung zeigt.
Warum „dick“ statt „übergewichtig“ sagen?
Viele Aktivistinnen eignen sich das Wort „dick“ als beschreibendes Adjektiv wieder an, genau wie „groß“ oder „schlank“. „Übergewicht“ und „Adipositas“ stammen aus dem medizinischen Vokabular und unterstellen eine Abweichung von einer Norm. Am wichtigsten ist, die Worte zu respektieren, die jeder Mensch für sich selbst wählt.
Mehr zum Thema: Alle Themen der Rubrik Gesellschaft, die Rubriken Feminismus und LGBTQIA+ sowie Impulse für mehr Selbstvertrauen.